2020 - Ein herausforderndes Jahr geht zu Ende

Klampe 2020Liebe Seglerinnen und Segler, liebe Vereinsmitglieder,

hinter uns liegt ein Jahr, das die Allermeisten von uns wohl am liebsten vergessen würden und dessen Auswirkungen wohl kaum einer für möglich gehalten hätte. Ein ständiger Wechsel zwischen Hoffen und Bangen und dann die Gewissheit, dass aus den Plänen für den Frühling, Sommer und Herbst doch nichts wird, gefolgt von der vermeintlichen Erkenntnis, es schon lange gewusst oder mindestens geahnt zu haben.

 In unserer kleinen Vereinswelt sind sie alle vertreten: die vermeintlich Unverwundbaren, die Skeptiker, die Vorsichtigen, die Besorgten, die Panischen, die Vernünftigen und die Gleichgültigen. Nur die Leugner, die sind sehr selten.

Sicherlich fühlten sich einige von Ihnen von den Corona-Maßnahmen genervt oder bevormundet und hielten diese zumindest für den Segelsport für überzogen. Vielleicht fühlten Sie sich aber auch unsicher und hatten Sorge, ihre Gesundheit beim Vereinsbesuch zu riskieren. Ihr Vorstand hat dabei im Wochenrhythmus zwischen dem Gesundheitsschutz aller Mitglieder und der Möglichkeit der Sportausübung abwägen müssen. Keine dieser Entscheidungen wird ihm leichtgefallen sein und nicht jede Anordnung zum Verhalten der Mitglieder wird unumstritten gewesen sein. Für diesen Einsatz sagen wir Ihrem Vorstand und allen ehrenamtlichen Helfern herzlichen Dank.

Sehr viele tolle Veranstaltungen, auf die wir uns alle gefreut haben, mussten abgesagt werden. Stellvertretend sei nur die Weltmeisterschaft der Ynglings genannt. Aber einige Vereine haben es auch geschafft, die schmalen Zeitfenster der abklingenden Infektionsgefahr für die Durchführung von Regatten unter Erarbeitung individueller Hygienekonzepte zu nutzen. Auch dafür danken wir im Namen aller Regattasegler herzlich. Uns ist sehr bewusst, dass jede durchgeführte Sportveranstaltung 2020 nur durch einen gemeinsamen Kraftakt aller Mitglieder eines Vereins möglich wurde. Sie alle haben mitgeholfen, den Berliner Segelsport lebendig zu halten.

Nach einem zumindest in Deutschland ziemlich entspannten Sommer, in dem die meisten von uns an eine zweite Welle nicht wirklich glaubten, haben uns die Infektionszahlen in Herbst und Winter eines Besseren belehrt. Die Vorbereitungen für die Messe „Boot und Fun“, die Meisterehrung, die Ehrung der erfolgreichsten Fahrtensegler und die Vergabe des Preises für die Coolste Jugendarbeit wurden ebenso beendet wie die erneuten Planungen für unseren verschobenen Berliner Seglertag. Vereine, die in diesem Jahr ihr Jubiläum begann haben, mussten leider auf alle Feierlichkeiten verzichten. Die Ehrengaben liegen noch bei uns im BSV und werden hoffentlich im Jahr 2021 in angemessener Form überreicht werden können.

Im DSV fanden Seglerratssitzungen nur noch virtuell statt, Arbeitskreise im LSB, etwa zum Thema „Stärkung des Ehrenamtes“, wurden per Skype oder Zoom abgehalten. Technisch funktionieren diese Konferenzen mittlerweile recht gut, vielleicht haben Sie in Ihrem Verein mit anderen virtuellen Treffen oder sogar Mitgliederversammlungen ja ähnliche Erfahrungen gemacht. Was aber fehlt, ist das Miteinander, das Gemeinschaftsgefühl, der Verein als Familie. Es fehlt das Streiten, das Lachen, das Versöhnen, das gemeinsame Blödeln, Diskutieren, Feiern, es fehlen die Menschen. Wir alle möchten nicht Mitglied in einem virtuellen Verein sein, der nur noch am Computer stattfindet, sondern wir möchten wieder Teil unserer geliebten und manchmal (ganz selten!) auch verhassten Clubgemeinschaft sein. Besonders jetzt ist es wichtig, dass die Mitgliedschaft zusammenhält und die bisherigen Strukturen nicht verloren gehen. Der Zusammenhalt schließt Kritik nicht aus, aber bitte vergessen Sie nicht, dass Ihr Vorstand ehrenamtlich tätig ist und auch nur umsetzen kann, was ihm die sich ständig ändernden Covid-Verordnungen an Möglichkeiten bieten.

Wir versichern Ihnen, dass wir mit dem LSB, unserem Interessenvertreter gegenüber der Senatsverwaltung, eng zusammengearbeitet haben und dieses auch unverändert fortsetzen werden. Dabei hat sich der LSB als sehr verlässlicher Partner erwiesen, der sich auch um die ganz speziellen Belange einzelner Sportarten gekümmert hat.

Im Namen des gesamten Präsidiums des Berliner-Segler-Verbandes bedanke ich mich von ganzem Herzen bei Ihnen für Ihr uns entgegengebrachtes Vertrauen in diesen Zeiten voller Ungewissheit und Unsicherheit. Verlieren Sie weder Ihren Mut noch Ihre Zuversicht. Wenn Sie Fragen haben oder Hilfe brauchen: scheuen Sie sich nicht, sich an uns oder Ihren Reviervorstand zu wenden.

Es wird in den nächsten Monaten auch auf Sie persönlich ankommen, wie gut Ihr Club und damit jeder einzelne Vereinskamerad durch diese Pandemie kommt. Passen Sie nicht nur auf sich, sondern auch auf die anderen Mitglieder auf. Bitte lassen Sie in Ihrer Aufmerksamkeit nicht nach!

Zum Schluss noch etwas Positives: Die „Yacht“ vom 16.12.2020 schreibt: „Dank Corona ist der Gebrauchtbootmarkt leergesaugt“. Segeln liegt voll im Trend, denn im Gegensatz zu Handball, Judo, Fechten, Volleyball usw. kann man nämlich auch mal alleine oder nur mit der

eigenen Familie Sport treiben und segeln gehen. Freuen wir uns auf eine Flut neuer Vereinskameraden, wenn uns im Frühling die Sonne wieder nach draußen lockt.

Wir, das gesamte Präsidium, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Landesstützpunktes, wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im kleinen Familienkreis; dass Sie, Ihr Umfeld und alle Vereinskameraden gesund bleiben; dass 2021 ein

besseres Jahr wird und dass die Aussicht auf erfolgreiche Impfungen und damit auf ein gewohntes Miteinander in den Vereinen Ihnen die nötige Kraft und Hoffnung gibt, um die Saison 2021 voller Elan anzupacken. Der Regattakalender ist jedenfalls schon fertig und wir im BSV können die nächste Saison kaum erwarten und freuen uns auf ein gesundes, sicheres Jahr 2021 mit Ihnen an unserer Seite!

Ihr Reiner Quandt

Präsident

© 2020 Berliner Segler-Verband e.V.

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